Johann Christian Reinhardt (1761–1847). Ein „Deutschrömer“.

 

Zusammen mit keinem Geringeren als dem Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe lebte der in Hof geborene J. C: Reinhardt ab 1789 als Mittelpunkt einer deutschen Künstlerkolonie in seiner Wahlheimat Rom.

 

Manfred Pix, Johann Christian Reinhardt (1761–1847), Eine Dokumentation in Bild und Wort, Band 1: Vom Lehrling und Akademieschüler zum freien Landschaftsmaler in Sachsen und Sachsen-Meiningen (1779–1789), mit einem Geleitwort von Helmut Börsch-Supan, Neustadt an der Aisch 2018, ISBN 978-3-87707-405-3.

 

Der Maler J. C. Reinhart

Schon jetzt ein Standardwerk! Der erste Band der auf insgesamt sechs Bände angelegten Edition zum Werk eines der wichtigsten „Deutschrömer“ ist soeben erschienen! Der im oberfränkischen Hof geborene Maler, Zeichner und Radierer Reinhardt war zusammen mit den Malern Anton Raphael Mengs und Jacob Philipp Hackert sowie keinem Geringeren als dem Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe Mittelpunkt einer deutschen Künstlerkolonie in seiner Wahlheimat Rom. Vor allem Reinhardts heroische, stark dem Klassizismus und dessen Antikenideal verpflichteten Ideallandschaften prägen sein Oeuvre und haben zugleich mit der romantisch-religiösen Künstlerbewegung der ebenfalls in Italien tätigen, dezidiert katholischen „Nazarener“ (Reinhardt war Protestant) wenig gemein. Neben idyllischen Landschaften faszinieren besonders seine zahlreichen, nach dem Leben gezeichneten Tier- und Personenstudien, darunter auch Zeichnungen des Freundes Friedrich Schiller – auf einem Esel reitend!

J. C. Reinhart in Rom

Auf 503 Seiten und akribisch Wort- und Bildzeugnisse verknüpfend dokumentiert dieser erste Band Leben und Schaffen des Künstlers bis 1789, der Zeit vor dem Aufbruch nach Rom, wo er mehr als ein halbes Jahrhundert bis zu seinem Tod verbringen sollte. Die Stärke des Opus liegt darin, im Sinne eines Werkverzeichnisses erhaltene und viele verschollene Werke von und nach Reinhardt („W“) aus öffentlichen wie privaten Sammlungen und dem Kunsthandel in fast durchweg farbig wiedergegebenen Abbildungen ebenso zu erfassen wie wichtige Bilddokumente („B“) zu Werk und Biografie wie Kartenausschnitte, Buchtitel oder Werke anderer Künstler zum einen, schriftliche Quellen oder „Wortdokumente“ („D“) wie Transkriptionen und Drucke von Tagebucheinträgen, Briefen, Gedichten oder sonstigen Aufzeichnungen zum anderen.

Entstanden ist ein opulentes Nachschlagewerk, eine ebenso üppige wie ergiebige Bild- und Textquelle zu einem bis heute eher unterschätzen Künstler und seiner Zeit. Erarbeitet und zusammengestellt wurde die Edition vom passionierter Kunstfreund und –forscher Manfred Pix, die fachliche Einführung im Vorwort schrieb der Berliner Kunsthistoriker Helmut Börsch-Supan, bis heute eine Autorität für deutsche Kunst des frühen 19. Jahrhunderts und zugleich renommierter Caspar-David-Friedrich-Experte. Ein Seh- und Lesevergnügen par excellence, das in den Bücherschrank jedes (nicht nur fränkischen) Kunstfreundes gehört.

 

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