Johannes Laschinger: Sag, kennst du die Stadt – Geschichten aus Amberg (Band 2)

Sagen Sie: Kennen Sie die kreisfreie oberpfälzische Stadt Amberg? Sind schon einmal dort gewesen, in dieser wunderschönen historischen Stadt mit ihren knapp 42.000 Einwohnern, rund siebzig Kilometer von Regensburg und Nürnberg entfernt?

Amberg kann auf eine vielfältige, bewegte Geschichte und Kultur zurückblicken. Bereits in den 1990er Jahren lief im privaten Radiosender Radio Ramasuri die Sendereihe „Amberger G‘schichten“, mitinitiiert vom damaligen Leiter des Stadtarchivs und  Autor des Buches Johannes Laschinger.

1997 wurden aus den Radio-G’schichten dann Buch-Geschichten: Ein erster Band erschien. Obwohl über die Jahre knapp 400 Folgen der Reihe im Radio ausgestrahlt wurden, blieben nach deren Absetzen im Jahr 2012 noch viele Manuskripte unveröffentlicht.

 

Sag' kennst du die Stadt

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Mehr G’schichten aus Amberg

Im Jahr 2020 wurde im Stadtarchiv Amberg die Idee entwickelt, insgesamt 134 weitere „G’schichten“ als Nachlese zu veröffentlichen. Allerdings erwies sich das Material dabei als so umfangreich, dass die Geschichten über die Amberger Vergangenheit zwei Bücher füllen können: So umfasst der jetzt vorliegende Band nur die Zeit vom 14. bis zum 19. Jahrhundert, die Spanne vom  19. Jahrhundert bis in die Gegenwart wird voraussichtlich 2023 im Verlag PH.C.W. Schmidt als Folgeband erscheinen.

Ziel der Reihe war und ist es, wie in einem Kaleidoskop ein möglichst lebhaftes Bild der Stadtgeschichte zu entwerfen, historische Begebenheiten zu präsentieren, Tradition und Brauchtum, dabei verdiente Bürger vorzuzeigen und das Stadtleben Ambergs im Lauf der Jahrhunderte in einem bunten Spektrum erstrahlen zu lassen.

 

Eine Stadt – sieben Themenkreise

In chronologischer Reihung berichtet Johannes Laschinger in 65 Kapiteln von der Amberger Stadtgeschichte, aufgegliedert in sieben Themenspektren: „Das Verhältnis von Stadt und Landesherren“, „Die Entwicklung der Stadt und ihrer Gebäude“, „Orden, Kirchen und Friedhöfe“, „Herausragende Persönlichkeiten und ihr Wirken“, „Wirtschaft, Rechtspflege und Gesundheitswesen“, „Geselligkeit, Kunst, Literatur und Kultur“ und die Sonderkategorie „Amberg durchs Jahr“.

 

Nächtliche Studentenumtriebe, Tumulte im Heindl-Garten und einer Casinogesellschaft waren in der Stadt keine Ausnahmeerscheinungen. Die Amberger Passionsspiele und Jesuitendramen sind und waren schon lange Bestandteil der saisonalen Freizeitgestaltung wie etwa auch der Weihnachtsmarkt oder Faschingszug – alles prägende kulturelle Veranstaltungen, die einen Eindruck geben in die Mentalität der Stadtbewohner.

 

Amberger Persönlichkeiten und Persönlichkeiten aus Amberg

Aber wer hat Amberg besonders geprägt, Einfluss genommen auf seine Entwicklungsgeschichte? Genannt seien etwa der Amberger Statthalter Christian I. von Anhalt, oder der „Winterkönig“ Kurfürst Friedrich V.

Amberg hat eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten hervorgebracht, die in den unterschiedlichsten Gebieten und auf ganz besondere Weisen gewirkt haben: Aus dem Bereich gelebten Glaubens ist der Franziskaner Bartholomäus Bauer, aus dem der Medizin sind die beiden Ärzte Dr. Andreas und Dr. Johannes Rosa zu nennen, in Kunst und Musik lassen sich der Bildhauer Georg Schweiger, der Orgelbauer Johann Conrad Vogel und der Barockbaumeister Wolfgang Dientzenhofer verorten.

Der benediktinische Universalgelehrte Anselm Desing, der Rentkammerrat Johann Kaspar von Wiltmaister, der Herausgeber der ersten Amberger Zeitung Johann Georg Koch, die beiden Chronisten Felix Adam Freiherr von Löwenthal und Dr. Georg Hubmann und auch der spätere Münchener Bürgermeister Kaspar Joseph Ritter von Steinsdorf decken gleichermaßen die Bereiche Bildung & Lehre und Politik & Verwaltung ab: „Sag, kennst du die Leut‘?“

 

Kultur, Wirtschaft und Religion – ein Potpourri, das Geschichte schrieb

Doch nicht nur Persönlichkeiten haben Amberg geprägt, auch die Gebäude: das Rathaus, das Kurfürstliche Schloss und die Amberger Regierungskanzlei dienen hier nur als Beispiele, frei nach dem Motto „Sag, kennst du die Stadt?“.

Als Beispiel eines prosperierenden Wirtschaftsunternehmens präsentiert Johannes Laschinger die Königliche Gewehrfabrik, ein Aspekt der Garnisonsgeschichte ist durch die Nationalgarde III. Klasse, das sogenannte Bürgermilitär, vertreten. Wirtschaftlich war die Versorgung Ambergs vom 14. bis ins 19. Jahrhundert ebenfalls sichergestellt, exemplarisch dargestellt an der Zinnblechhandelsgesellschaft, einer frühen Aktiengesellschaft.

Dass der Glaube in Amberg eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat und auch heute noch spielt, macht der Themenkreis „Orden, Kirchen und Friedhöfe“ deutlich: Die Friedhöfe außerhalb der Stadt, Kapellen, eine barocke Weihnachtskrippe, der Turm der Stadtkirche St. Martin und das Franziskanerkloster waren es wert, zu einer Amberger G’schichte zu werden.

 

G’schichten aus der Geschichte

Der Autor legt viel Wert auf Authentizität und historische Korrektheit, auf Fakten. Geschichten, die Legenden entnommen sind oder gar nur dem Hörensagen, haben keinen Einzug in das Werk gefunden. Aber die Anschaulichkeit kommt deswegen nicht zu kurz: Die über sechzig Kapitel werden begleitet von historischen Karten, Bauplänen, Kupferstichen, Zeitungsausschnitten, Flugblättern, modernen Luftbildern und Fotografien.

Abgerundet wird das Buch durch ein ausführliches Quellen-, Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis samt Verweisen auf weiterführende Literatur.

Erleben Sie „Geschichten aus Amberg“, als Teil der unverwechselbaren Kultur und Identität der Stadt, damit Sie auf die Frage „Sag, kennst Du die Stadt“ sicher antworten können: Ja!

 

Johannes Laschinger: „Sag, kennst du die Stadt – Geschichten aus Amberg“, 336 Seiten, erschienen im Verlag PH.C.W. Schmidt, Neustadt an der Aisch, ISBN 978-3-87707-246-2, Ladenpreis 24,90€.