Bier in Forchheim: Schankstätte, Brauereien, Felsenkeller …

Reinhold Glas, Biertradition in Forchheim, Zur Geschichte der Schankstätten, Brauereien und Felsenkeller (= Freie Schriftenfolge der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, hg. von der der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, in Verbindung mit dem Heimatverein Forchheim, Band 26), Nürnberg 2019, ISBN 978-3-929865-84-4.

Dass Bier dem Wein in Forchheim wie in manchen anderen Gegenden Oberfrankens erst nach dem Dreißigjährigen Krieg den Rang als Volksgetränk abgelaufen hat, dürfte inzwischen manchem bekannt sein. In welch starkem oder starker Maß (!) die Biertradition aber die städtische Kultur und Wirtschaft prägten, wird mit diesem Opus Magnum erst richtig klar.

Die Bierlandschaft in und um Forchheim

Der Verfasser widmet es seinem Vater, dem Bierbrauer und Mälzer Hans Glas (1923–2010). Er spannt den Bogen von einem allgemeinen Abriss zum Bier- und Brauwesens vor Ort über eine ausführliche, alphabetisch geordnete Zusammenstellung aller örtlichen Schank- und Braustätten, über 100 auf über 200 Seiten (dazu ein praktischer Lageplan im Vorsatz), bis hin zu einer Übersicht über die oberen und unteren Felsenkeller samt Schänken im Kellerwald, die ebenfalls auf einem Lageplan (im Nachsatz) genau verzeichnet sind. Im Anschluss wird auch der Büttner- und Brauerzunft im Allgemeinen ein Kapitel gewidmet, ein weiteres allen nachweisbaren Familien von A–Z, wo möglich mit Stammbaum und Fotografien aus neuerer Zeit. Zwanzig launige Insidergeschichten über die Wirtshäuser und Felsenkeller runden das über 500-seitige Bier-Kompendium ebenso ab wie eine fotografische Übersicht sämtlicher Bierkrüge und Bierdeckel Forchheimer Provenienz.

Komplettiert wird das Ganze im Anhang durch ein Quellen- und Literaturverzeichnis, eine Liste historischer Begriffserklärungen und ein ausführliches Orts-, Personen- und Sachregister. Weit über 600 Abbildungen setzen den Leser auch visuell bestens ins Bild.

 

Brauerei mit Gasthaus in Forchheim

 

Und dass die kulinarischen Kenner des edlen Gerstensaftes ein „Seidla“ Forchheimer Bier frisch vom Fass seiner Güte und Stärke wegen den vielleicht bekannteren Bieren aus Bamberg, Erlangen und Nürnberg oft sogar vorziehen, spricht für sich. Eine „süffige“ Stadtgeschichte Forchheims, schmackhaft,gepflegt und perfekt serviert: Wohl bekomm’s!  Übrigens kommt die Aussprache des Wortes „Bier“, nämlich ein weicher bilabialer Blosionslaud (Sic!) am Wortbeginn des Franken weicher Aussprache entgegen. Wohl auch das „ell“ in „Halbe“.    🙂