Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, Band 74

 

Immer wieder hat es in der Geschichte Zeiten des Umbruchs gegeben. Auch momentan scheint es so, als würde sich vieles, was wir als selbstverständlich betrachten, nachhaltig verändern.
In diesen herausfordernden Zeiten ist das Mainfränkische Jahrbuch für Geschichte und Kunst eine Konstante geblieben, die aus einer Position der Ruhe heraus auf die abwechslungsvollen Epochen der mainfränkischen Geschichte blickt.

In diesem Jahr insgesamt bietet es vierzehn Abhandlungen aus den Bereichen mainfränkischer Landes-, Kultur- und Kunstgeschichte und einen Rezensionsteil, der Beschreibungen, Analysen und Urteile von Veröffentlichungen aus den Bereichen der bayerischen und fränkischen Landes- sowie der Kultur- und Kunstgeschichte umfasst.

 

Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, Band 74

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Auf den Spuren mainfränkischer Kunst und Architektur

In den ersten Beiträgen des aktuellen 74. Bandes befasst sich Günter Dippold mit dem fränkischen Kunstschreiner Johann Georg Neßtfell und seinen Arbeiten, Dieter Fauth mit einem Gebäudeteil und dessen historischem Saal im einstigen Kloster der Prämonstratenserinnen von Unterzell sowie Damian Dombrowski in einem reich bebilderten Aufsatz mit dem Wirken von Giambattista Tiepolo und dessen Weltkunst in der Würzburger Residenz. Die dortige besondere Raumkunst und der verlorengegangene große Kronleuchter aus dem Treppenhaus und seine Rekonstruktion sind Thema von Reiner Schulz‘ bildreicher Untersuchung.

 

Wendepunkte in der mainfränkischen Geschichte

Auf vergangene Zeiten des Übergangs und des Wandels blicken die beiden Beiträge von Thomas Freller und Christian Naser zurück, indem sie einerseits den Konflikt zwischen katholischer Aufklärung und Gegenaufklärung in der Diözese Würzburg im ausgehenden 18. Jahrhundert untersuchen und andererseits den Gesandtenbau der Würzburger Residenz als Nachfolgebau des Neumannschen Ensembles von Doppeltoranlage und neuem garten gebäu vor dem Hintergrund eines grundlegenden politischen Wandels betrachten.

 

Erinnerung an dunkle Kapitel in der Vergangenheit

Mit besonders dunklen Zeiten der deutschen Geschichte befasst sich ein quellenorientierter Beitrag von Tobias Haaf, der das Schicksal des Pfarrverwesers Josef Huber während der NS-Diktatur aufarbeitet.
Darüber hinaus wird die öffentliche Erinnerung an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, an den Ersten Weltkrieg, am Alten Gymnasium Würzburg in den 1920er und 1930er Jahren von Gerhard Luber in den Blick genommen.
Zwei aufeinander aufbauende Beiträge von Wolfgang Vorwerk machen auf das Schicksal der jüdischen Anstaltsinsassen der einstigen „Heil- und Pflegeanstalt“ in Lohr während der Zeit des Nationalsozialismus aufmerksam.

 

Nischen fränkischer (Kunst-)Geschichte

In einem quellenreichen Beitrag nimmt sich Walter Stadelmann der Edelfreien von Uffenheim und der frühen Stadtentwicklung des im 12. Jahrhundert erstmals erwähnten Ortes an. Peter Kolb stellt in seinem besonderen, heraldisch ausgerichteten Beitrag die Wappen in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Sondheim zu Arnstein in den Fokus.
Stadt- und Landbaumeister Joseph Greissing und die barocke Stadtbaukunst ist Thema des Aufsatzes von Hans Steidle, und zuletzt liefert Klaus Weyer neue Erkenntnisse zur Lokalisierung des antiken Ortes „Locoritum“ in Unterfranken.

 

Intensive Spurensuche für ein interessiertes Publikum

Erneut ist es den Autorinnen und Autoren gelungen, thematisch vielfältige Beiträge und reich bebilderte Analysen zu verfassen, die von den „Freunden Mainfränkischer Kunst und Geschichte“ zu einem anspruchsvollen und gleichermaßen überzeugenden Jahrbuch zusammengefasst wurden. Durch die regional- und lokalhistorischen, kultur- und kunstgeschichtlichen Abhandlungen trägt das Mainfränkische Jahrbuch jedes Jahr aufs Neue dazu bei, die Geschichte Mainfrankens auch für ein breites Publikum zugänglich zu machen.

 

Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, Band 74 (2022), herausgegeben von den Freunden Mainfränkischer Kunst und Geschichte e. V. in Würzburg, erschienen im Verlag PH.C.W. SCHMIDT aus Neustadt an der Aisch, ISBN 978-3-949015-05-2, Ladenpreis 38,60 €.