Friedrike Hellerer, Christian Saur, Thomas Bader, Feuerwehren der Gemeinde Herrsching (Hrsg.): 150 Jahre Feuerwehren der Gemeinde Herrsching, Sophrosyne-Verlag Dr. Friedrike Hellerer, Herrsching am Ammersee 2023

Ein jeder kennt sie, ein jeder verlässt sich auf sie: Die Feuerwehr. Ob im Brandfall, bei Überschwemmungen oder einem auslaufenden Tank – die tatkräftigen Feuerwehrfrauen und -männer sind stets zur Stelle und helfen ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern seit Jahrzehnten aus sämtlichen Notlagen. Als Dank für unsere treuen Helfer und als Wertschätzung deren Arbeit haben die Feuerwehren der Gemeinde Herrsching die Chronik „150 Jahre Feuerwehren der Gemeinde Herrsching“ veröffentlicht, in der die Leserschaft nicht nur genaueres über die Gemeinden Herrsching und Breitbrunn erfährt, sondern auch ihr Wissen bezüglich der historischen Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr erweitern kann.

 

 

Von der „Abprotzspritze“ bis zur „Zweitönigen Huppe“

Als Nachfolger der „Löschvereine“ in Baden und Württemberg wurden in Bayern seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die ersten Freiwilligen Feuerwehren gegründet. Neben den staatlichen Vorgaben rund um Brandbekämpfung sowie die Rettung von Menschenleben und Besitztümern haben die Leserinnen und Leser zudem die Möglichkeit, die geschichtliche Sachlage mit Hilfe von historischen Zeitungen, Zeichnungen und Karten zu begreifen. Auch über die damalige Ausrüstung gibt es viel zu lernen: Eine klare Kennzeichnung der Freiwilligen Feuerwehr in Form einer Uniform war ebenso wichtig wie einheitliche Signale durch zum Teil klassische Hörner, ein- und zweitönigen „Huppen“ oder durch handliche Pfeifen. Selbstverständlich durften auch die geeigneten Löschgeräte nicht fehlen – besonders begehrt war hier die sogenannte „Abprotzspritze“ mit ihrem tragbaren Aufsatz, der auch vom Wagen gehoben werden konnte.

 

Wenn grün endlich wieder zu rot wird

Auch die Feuerwehr blieb zur Zeit des Nationalsozialismus nicht von den Gleichschaltungsmaßnahmen verschont und musste gravierende Veränderungen hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Struktur in Kauf nehmen. Rot wurde zu grün und auch die Dienstgradbezeichnungen änderten sich: Wen man beispielsweise bisher Oberfeuerwehrmann nannte, den sprach man künftig mit Obertruppmann an.

Als dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte ein Ende fand, wurden auch die grünen Feuerwehrfahrzeuge und -uniformen endlich wieder zum gewohnten Rot – nach und nach kehrten die Gemeinden inklusive ihrer Feuerwehren wieder zur Normalität zurück.

Bis heute handelt es sich bei den freiwilligen Feuerwehren Herrsching und Breitbrunn um ein motiviertes und dynamisches Team an Feuerwehrfrauen und -männern, denen nun dank der vorliegenden Publikation die Aufmerksamkeit zuteilwird, die ihnen gebührt.